Luftfeuchtigkeit im Sommer: So vermeiden Sie Kondensfeuchte und Schimmel
Hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer kann in Wohnungen und Kellern schnell zu feuchten Wänden,
Stockflecken und Schimmel führen. Entscheidend ist nicht nur die relative Luftfeuchtigkeit,
sondern vor allem der Taupunkt.
☀️ Wussten Sie schon?
- Warme Luft kann deutlich mehr Wasserdampf speichern als kalte Luft. Kühlt sie sich an einer kalten Kellerwand ab, wird der Taupunkt erreicht – überschüssige Feuchtigkeit kondensiert als Wasser.
- Gerade im Sommer kann das Lüften eines kühlen Kellers das Gegenteil des Gewünschten bewirken: Warme Außenluft bringt zusätzliche Feuchtigkeit ins Gebäude und erhöht das Risiko für Kondenswasser.
- Ein Taupunkt-Rechner oder ein Thermo-Hygrometer hilft dabei zu entscheiden, wann Lüften sinnvoll ist. Erst wenn der Taupunkt der Außenluft unter der Oberflächentemperatur im Raum liegt, trocknet Lüften tatsächlich.
- Auch massive Beton- oder Natursteinwände bleiben im Sommer oft deutlich kühler als die Außenluft. Dadurch sind sie besonders anfällig für Kondenswasserbildung, obwohl sie sich trocken anfühlen.
Quellen:Fraunhofer IBP – Hygrothermik |Umweltbundesamt – Schimmel vermeiden |Deutscher Wetterdienst – Taupunkt
Warum entsteht im Sommer Feuchtigkeit an Wänden?
Warme Sommerluft enthält viel Wasserdampf. Gelangt diese Luft in kühlere Räume, etwa in den
Keller oder schlecht gedämmte Wohnbereiche, kühlt sie ab. Wird dabei der Taupunkt erreicht,
schlägt sich Feuchtigkeit an Wänden, Fenstern oder in Ecken nieder.
Besonders gefährdet sind kühle Außenwände, Raumecken und Bereiche hinter Möbeln. Dort kann
die Luft schlechter zirkulieren, wodurch sich Feuchtigkeit länger hält. Die Folge sind zunächst
Stockflecken, später kann sich Schimmel bilden.
Richtig lüften bei hoher Luftfeuchtigkeit im Sommer
Im Sommer hilft dauerhaft geöffnetes Lüften nicht immer. An heißen, schwülen Tagen kann es die
Feuchtigkeit sogar erhöhen. Deshalb sollten Fenster vor allem dann geöffnet werden, wenn die
Außenluft kühler und trockener ist, zum Beispiel früh morgens oder spät abends.
Für Keller gilt: Fenster in der warmen Jahreszeit möglichst geschlossen halten und nur gezielt
stoßlüften, wenn die Außenbedingungen günstig sind. Als Orientierung sollte die
Taupunkttemperatur verglichen werden. Liegt der Taupunkt außen höher als die Raumtemperatur,
sollte nicht gelüftet werden.
Was hilft gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit?
- Temperatur und Luftfeuchtigkeit innen und außen regelmäßig messen.
- Nur stoßlüften, wenn die Außenluft keine zusätzliche Feuchte einträgt.
- Kellerfenster im Sommer überwiegend geschlossen halten.
- Im Winter kühle Kellerräume gründlich lüften, um Grundtrockenheit zu schaffen.
- Feuchtigkeit beim Kochen oder Duschen direkt abführen.
- Zimmerpflanzen reduzieren, wenn sie die Luftfeuchtigkeit deutlich erhöhen.
- Bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit einen Luftentfeuchter einsetzen.
Wann ist ein Luftentfeuchter sinnvoll?
Ein Luftentfeuchter ist sinnvoll, wenn die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen dauerhaft über etwa
60 bis 65 Prozent liegt oder wenn sich bereits Feuchtigkeit an Wänden, Fenstern oder Möbeln
zeigt. Das Gerät entzieht der Raumluft Wasserdampf und senkt dadurch das Risiko für Schimmel.
Die passende Leistung hängt von Raumgröße, Temperatur, Feuchtebelastung und Ursache des
Problems ab. Bei reiner Kondensfeuchte reicht häufig ein kleineres Gerät. Bei dauerhaft feuchten
Wänden, Wasserschäden oder Kellerproblemen sollte ein leistungsstärkerer Luftentfeuchter
gewählt werden.
Sie sind unsicher, welcher Luftentfeuchter für Ihren Raum geeignet ist? Nutzen Sie unseren Luftentfeuchter-Rechner, um anhand von Raumgröße und Feuchtigkeitsbelastung die empfohlene Entfeuchtungsleistung zu berechnen und den passenden Luftentfeuchter auszuwählen.
Welche Schäden verursacht hohe Luftfeuchtigkeit?
Zu viel Feuchtigkeit begünstigt nicht nur Schimmel. Sie kann auch Holz beschädigen, Fensterrahmen
verziehen, Metallteile korrodieren lassen und gelagerte Gegenstände im Keller zerstören.
Besonders empfindlich sind Bücher, Papier, Kartons, Möbel und Textilien.
Schimmel durch Sommerfeuchte vermeiden
Kleine Schimmelflecken können vorsichtig mit Alkohol entfernt werden. Bei großflächigem Befall
sollte jedoch eine Fachfirma beauftragt werden. Wichtig ist außerdem, die Ursache der Feuchtigkeit
zu beseitigen. Ohne dauerhaft niedrigere Luftfeuchtigkeit kommt Schimmel häufig wieder.
FAQ: Luftfeuchtigkeit im Sommer
Warum werden Wände im Sommer feucht?
Feuchte Wände entstehen, wenn warme, feuchte Außenluft in kühle Räume gelangt und dort abkühlt.
Wird der Taupunkt erreicht, kondensiert Wasserdampf an Wänden oder Fenstern.
Sollte man Keller im Sommer lüften?
Keller sollten im Sommer nur gezielt gelüftet werden, wenn die Außenluft kühler und trockener
ist. An heißen, schwülen Tagen bleiben Kellerfenster besser geschlossen.
Welche Luftfeuchtigkeit ist im Sommer zu hoch?
Dauerhafte Werte über 60 bis 65 Prozent können problematisch sein, besonders in kühlen Räumen,
Kellern oder schlecht belüfteten Bereichen.
Hilft ein Luftentfeuchter gegen Schimmel?
Ja, ein Luftentfeuchter kann helfen, die Luftfeuchtigkeit zu senken und Schimmel vorzubeugen.
Bestehender Schimmel muss jedoch zusätzlich fachgerecht entfernt werden.
Weitere Ratgeber zu Schimmel und Feuchtigkeit
Schimmel entsteht häufig durch dauerhaft erhöhte Feuchtigkeit, falsches Lüften oder bauliche Ursachen. In unseren Ratgebern erfahren Sie, wie Sie die Ursachen erkennen, kritische Luftfeuchtigkeit reduzieren und Schimmel wirksam vorbeugen.
- Schimmel den Kampf ansagen – Leitfaden für gesunde Raumluft
- Die 8 häufigsten Ursachen von Schimmel an den Wänden
- Welcher Luftentfeuchter hilft wirklich gegen Schimmel?
- Luftfeuchtigkeit im Keller – Kondensfeuchte oder aufsteigende Feuchte?
- Feuchtigkeit im Souterrain – Ursachen, Vorbeugung und passende Luftentfeuchter
- Zu hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer
- Wasserschäden durch Luftentfeuchter beseitigen
Unser Tipp: Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit regelmäßig mit einem Hygrometer. Dauerhaft erhöhte Werte können die Schimmelbildung begünstigen.
Weitere Ratgeber für ein gesundes Raumklima
Ein angenehmes Raumklima wird vor allem durch Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität bestimmt. Unsere Ratgeber helfen Ihnen dabei, die Raumluft richtig einzuschätzen und bei zu feuchter, zu trockener oder belasteter Luft sinnvoll zu handeln.
- Wie das Wohnklima zum Wohlfühlklima wird
- Luftbefeuchter vs. Luftreiniger vs. Luftentfeuchter
- Zu hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer
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- Luftreiniger für Wohnung und Büro
- Feinstaub – Die unsichtbare Gefahr
- VOCs in Innenräumen effektiv bekämpfen
- Schlechte Luft – Comedes sorgt für saubere Raumluft
Unser Tipp: Bewerten Sie Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit immer gemeinsam. Dieselbe relative Luftfeuchtigkeit kann sich bei unterschiedlichen Temperaturen verschieden auf Behaglichkeit und Kondensationsrisiko auswirken.




