HEPA-Filter, Aktivkohlefilter, Vorfilter oder Kombinationsfilter – welche Filtertechnik benötigt man eigentlich für saubere Raumluft? Die Antwort hängt davon ab, welche Belastungen im Raum reduziert werden sollen. Partikel wie Pollen und Feinstaub stellen andere Anforderungen an einen Filter als Gerüche oder gasförmige Stoffe.
Gerüche und Partikel benötigen unterschiedliche Filtertechnik
Bei der Auswahl eines Luftfilters muss zunächst unterschieden werden, ob hauptsächlich Partikel oder gasförmige Stoffe reduziert werden sollen.
Typische Partikel sind:
- Pollen
- Hausstaub
- Feinstaub
- Tierhaare und Hautschuppen
- Schimmelsporen
- Rauchpartikel
Gerüche und viele flüchtige organische Verbindungen liegen dagegen teilweise gasförmig vor. Diese können von einem klassischen Partikelfilter nur eingeschränkt beziehungsweise gar nicht erfasst werden.
Deshalb kombinieren viele Luftreiniger mehrere Filterstufen.
Vorfilter: Schutz für die nachfolgenden Filter
Ein Vorfilter bildet häufig die erste Stufe eines Luftreinigers. Er hält größere Verunreinigungen zurück, bevor die Luft durch feinere Filter geleitet wird.
Dazu gehören beispielsweise:
- Haare
- Flusen
- grober Staub
- größere Tierhaare
Dadurch werden HEPA- und Aktivkohlefilter entlastet und können länger effektiv arbeiten.
Je nach Gerät kann der Vorfilter abgesaugt oder gereinigt werden. Maßgeblich sind immer die Pflegehinweise des Herstellers.
HEPA-Filter und Partikelfilter: Gegen Pollen, Staub und Feinstaub
HEPA-Filter gehören zu den wichtigsten Filtertechnologien für luftgetragene Partikel. Sie werden eingesetzt, um sehr kleine Partikel aus dem durchströmenden Luftstrom abzuscheiden.
Geeignete Partikelfilter können unter anderem folgende Belastungen reduzieren:
- Pollen
- Hausstaub
- Feinstaub
- Schimmelsporen
- allergenhaltige Partikel
- einen Teil der Rauchpartikel
Ein HEPA-Filter ist jedoch kein Geruchsfilter. Für viele Gerüche und gasförmige Verbindungen wird zusätzlich ein Adsorptionsmaterial wie Aktivkohle benötigt.
Mehr zur Funktionsweise finden Sie im großen Luftreiniger-Ratgeber.
Aktivkohlefilter: Gegen Gerüche und bestimmte gasförmige Stoffe
Aktivkohle besitzt eine sehr große innere Oberfläche. Bestimmte Moleküle können sich daran anlagern. Dieses Verfahren wird als Adsorption bezeichnet.
Aktivkohlefilter werden deshalb unter anderem eingesetzt gegen:
- Kochgerüche
- Tiergerüche
- Tabakgeruch
- Rauchgeruch
- bestimmte flüchtige organische Verbindungen (VOCs)
Wie wirksam ein Aktivkohlefilter ist, hängt unter anderem von Art und Menge der Aktivkohle, Kontaktzeit, Luftstrom und Schadstoffkonzentration ab.
Eine sehr dünne Aktivkohleschicht besitzt daher nicht zwangsläufig dieselbe Aufnahmekapazität wie ein größer dimensionierter Aktivkohlefilter.
Kombinationsfilter: Partikel und Gerüche gleichzeitig reduzieren
Wenn sowohl Partikel als auch Gerüche vorhanden sind, werden häufig mehrere Filterstufen kombiniert.
Ein typischer Aufbau kann beispielsweise so aussehen:
- Vorfilter für Haare und groben Staub
- Partikel- beziehungsweise HEPA-Filter für Pollen, Hausstaub und Feinstaub
- Aktivkohlefilter für Gerüche und bestimmte gasförmige Stoffe
Diese Kombination eignet sich insbesondere für Räume mit unterschiedlichen Belastungsquellen.
Welche Filtertechnik hilft gegen welche Belastung?
| Belastung | Geeignete Filtertechnik | Hinweis |
|---|---|---|
| Pollen | Partikel-/HEPA-Filter | Besonders relevant für Allergiker |
| Hausstaub | Vorfilter + Partikelfilter | Abgelagerter Staub muss weiterhin durch regelmäßige Reinigung entfernt werden |
| Feinstaub | Partikel-/HEPA-Filter | Neben der Filterleistung ist ein ausreichender Luftdurchsatz wichtig |
| Tierhaare | Vorfilter + Partikelfilter | Regelmäßige Reinigung von Böden und Textilien bleibt notwendig |
| Schimmelsporen | Partikelfilter | Der Filter kann luftgetragene Sporen reduzieren, beseitigt aber nicht die Schimmelursache |
| Rauchpartikel | Partikelfilter | Für gasförmige Geruchsbestandteile ist zusätzlich Aktivkohle sinnvoll |
| Kochgerüche | Aktivkohlefilter | Geruchsquelle beseitigen und zusätzlich ausreichend lüften |
| Tiergerüche | Aktivkohlefilter | Die Reinigung der eigentlichen Geruchsquelle bleibt erforderlich |
| VOCs | Geeigneter Aktivkohle-/Adsorptionsfilter | Die Wirksamkeit hängt unter anderem von Filteraufbau, Adsorptionsmaterial und Kontaktzeit ab |
So wählen Sie den richtigen Filter für Ihre Raumluft
Die Filtertechnik sollte immer zur tatsächlichen Belastung passen.
Bei Pollen und Hausstaub
Hier steht die Partikelfilterung im Vordergrund. Wichtig ist neben dem Filter eine ausreichend hohe Luftumwälzung.
Weiterführend: Luftreiniger gegen Pollen.
Bei Feinstaub
Ein geeigneter Partikelfilter kombiniert mit ausreichender Luftleistung ist entscheidend. Ein leistungsfähiger Filter bringt wenig, wenn zu wenig Raumluft durch das Gerät geführt wird.
Weiterführend: Feinstaub in Innenräumen.
Bei Gerüchen
Hier sollte auf einen ausreichend dimensionierten Aktivkohlefilter geachtet werden. Gleichzeitig sollte die Geruchsquelle möglichst beseitigt werden.
Bei gemischter Belastung
Für Wohnungen mit Pollen, Staub und gleichzeitig Geruchsbelastung ist ein mehrstufiges Filtersystem häufig die sinnvollste Lösung.
Passende Geräte finden Sie in der Comedes Luftreiniger-Übersicht.
Warum die Filterfläche allein nicht entscheidend ist
Bei der Bewertung eines Filters sollten mehrere Faktoren gemeinsam betrachtet werden:
- Filtermaterial
- Filterfläche
- Luftwiderstand
- Luftdurchsatz des Gerätes
- Abdichtung des Filters im Gerät
- Aktivkohlemenge
- Raumgröße
Ein hochwertiger Filter kann nur dann effektiv arbeiten, wenn ausreichend Raumluft durch ihn hindurchgeführt wird und keine größeren Mengen ungefilterter Luft am Filter vorbeiströmen.
Welche Rolle spielt der CADR?
Der CADR-Wert beschreibt die Menge gereinigter Luft, die ein Luftreiniger für bestimmte Partikelarten bereitstellen kann.
Für die praktische Partikelreinigung ist dieser Wert deshalb besonders relevant. Ein hoher Filterwirkungsgrad allein reicht nicht aus, wenn der Luftdurchsatz zu gering ist.
Für Gerüche und Gase ist der CADR dagegen nur eingeschränkt aussagekräftig. Hier spielen unter anderem Adsorptionsmaterial und Kontaktzeit eine wichtige Rolle.
Wann sollte ein Luftfilter gewechselt werden?
Filter besitzen eine begrenzte Aufnahmekapazität. Mit zunehmender Beladung können Luftdurchsatz und Filterwirkung beeinträchtigt werden.
Hinweise auf einen notwendigen Wechsel können sein:
- Filterwechselanzeige des Gerätes
- sichtbar starke Verschmutzung
- nachlassender Luftstrom
- Gerüche werden schlechter reduziert
- vom Hersteller angegebenes Wechselintervall erreicht
Eine ausführliche Anleitung finden Sie im Ratgeber Originalfilter oder kompatible Ersatzfilter?.
Passende Ersatzfilter finden Sie in der Comedes Filterübersicht.
Häufige Fragen zu Filtern für Gerüche und Partikel
Welcher Filter entfernt Gerüche?
Für viele Gerüche werden Aktivkohle- beziehungsweise Adsorptionsfilter eingesetzt. Die Wirksamkeit hängt unter anderem von der Aktivkohlemenge und der jeweiligen Geruchsquelle ab.
Welcher Filter entfernt Feinstaub?
Geeignete Partikel- beziehungsweise HEPA-Filter können Feinstaub aus dem durch das Gerät geführten Luftstrom abscheiden.
Kann ein HEPA-Filter Gerüche entfernen?
HEPA-Filter sind primär für Partikel ausgelegt. Für viele Gerüche und gasförmige Stoffe ist zusätzlich ein Aktivkohlefilter erforderlich.
Kann Aktivkohle auch Staub filtern?
Aktivkohle wird hauptsächlich zur Adsorption bestimmter gasförmiger Stoffe eingesetzt. Für Staub und andere Partikel sollte ein geeigneter Partikelfilter verwendet werden.
Was ist besser: HEPA oder Aktivkohle?
Keine der beiden Technologien ist grundsätzlich besser. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Bei Partikeln ist HEPA beziehungsweise Partikelfilterung relevant, bei vielen Gerüchen Aktivkohle.
Welcher Filter eignet sich gegen Rauch?
Rauch besteht aus Partikeln und gasförmigen Bestandteilen. Deshalb ist häufig eine Kombination aus Partikelfilter und Aktivkohle sinnvoll.
Ist ein Kombifilter sinnvoll?
Ja, wenn im Raum sowohl Partikel als auch Gerüche reduziert werden sollen. Entscheidend bleibt jedoch, dass beide Filterkomponenten ausreichend dimensioniert sind.
Fazit: Für Gerüche und Partikel werden unterschiedliche Filter benötigt
Partikel und Gerüche lassen sich nicht mit derselben Filtertechnik optimal reduzieren. Für Pollen, Hausstaub und Feinstaub werden geeignete Partikelfilter eingesetzt, während Aktivkohle vor allem bei vielen Gerüchen und bestimmten gasförmigen Stoffen relevant ist.
Bei gemischten Belastungen bietet ein mehrstufiges System aus Vorfilter, Partikelfilter und Aktivkohlefilter häufig die sinnvollste Kombination.
Entscheidend ist außerdem, dass der Luftreiniger zur Raumgröße passt und ausreichend Luft durch das Filtersystem bewegt.




